Sportvereinigung Olympia 1914 Kassel e.V.

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Die Aufsteigerinnen 2009 in die Verbandsliga des HTV

Hinten von links: Petra Weigert, Karin Gutbier, Haike Streubel, Nadine von Sierakowski

vorne von links: Stefanie Becker, Michelle Dubbert

 

                                            

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Tennissaison mit unerwartetem Ende

Unsere Vorbereitung auf den Sommer warf einige Fragezeichen auf. Ist Karin nach ihrer Fußoperation bis zum Saisonstart wieder fit? Können wir den Aufstieg nutzen, um weiterhin in der Gruppenliga spielen zu dürfen? Und können wir die Sprachbarriere, die erfahrungsgemäß zwischen den eingekauften Spielerinnen der südhessischen Vereine und uns bestand, überwinden? Doch man muss sagen: all diese Fragezeichen können wir im Nachhinein entweder mit JA beantworten oder sie haben sich von ganz allein in Luft aufgelöst.

Da es diese Saison auch in der Gruppenliga eine Vierergruppe gab, konnten wir den Aufstieg annehmen und freuten uns auf acht hoffentlich erfolgreiche Spiele gegen natürlich ausschließlich südhessische Mannschaften. Naja – dies war keine Überraschung für uns.

Am 10. Mai ging es dann endlich los. Das erste Spiel war ein Heimspiel und wir dachten, wir können zu Hause einen guten Start hinlegen, um eine Grundlage für den Klassenerhalt zu schaffen. (ZU HAUSE: das heißt eine gepflegte Anlage mit den besten Plätzen, die wir in der Saison zu Gesicht bekamen und zu verdanken haben wir das Walter Gutbier! Auf diesem Weg nochmal ein besonderes Dankeschön dafür.) Aber es kam anders. Karin wollte sich wegen ihrem Fuß noch nicht zu viel zumuten und verzichtete auf ihr Einzel. Nadine sprang ein. Wir mussten eine unglückliche Niederlage einstecken und in unseren Köpfen kamen Zweifel auf.

Trotzdem musste es weitergehen. Schließlich hatten wir noch sieben Spiele vor uns. In Gelnhausen kam es zu einem Krimi à la Hitchcock. Michelle holte die einzigen Einzelpunkte nach Hause. Wir mussten somit beide Doppel gewinnen. Aber in dieser Notlage waren wir ja nicht zum ersten Mal in unserer Laufbahn. Wir vertrauten auf unsere altbewerten Doppel und es gelang uns wirklich. Haike und ich gewannen souverän und als wir mit dem Duschen fertig waren, fieberten wir am Spielfeldrand mit Karin und Petra. Es war ein unglaublich spannendes Dreisatzmatch.

Gegen Büttelborn traten wir bei Olympia das erste Mal in Vollbesetzung an und es gelang uns den zweiten Sieg zu verstreichen. Wir gewannen mit 10:4. Danach war uns klar, dass wir es vielleicht doch schaffen können, die Klasse zu halten. Wir malten uns aus, dass ein Sieg noch her musste, um auf Nummer sicher zu gehen.

Beim Verbandsligaabsteiger in Eichenzell war uns vorher klar, dass wir an diesem Tage nichts zu sagen haben. Wir verloren mit 5:9. Doch so ganz aussichtslos war es eigentlich nicht.

Beim letzten Spiel vor der Sommerpause besuchte uns Bensheim, was uns sehr freute, da wir somit die lange Strecke nicht hinter uns legen mussten. Als wir morgens auf die Anlage kamen, konnten wir unsere Gegner schon auf Platz 1 bewundern und an dieser Stelle muss ich ein Zitat von Karin einfügen: „Steffi, ich weiß nicht, wer von uns heute punkten wird, aber ich werde es sicher nicht sein!“ So ganz konnte ich in diesem Moment nicht darüber lachen. Jetzt schon! Denn Karin, der Schein trügt! Um es kurz zu fassen, wir gewannen 14:0.

Nun waren Ferien und somit fünf Wochen Spielpause. Wir überschlagen und können sagen, dass die Hinrunde doch sehr erfolgreich war, bis auf das erste Spiel, das wir unnötig verloren haben. Karins Fuß bereitete ihr keine Probleme mehr, die erwarteten Sprachbarrieren ließen auf sich warten, die Gegner waren sogar alle unerwartet nett und mit dem Klassenerhalt schien es ganz gut auszusehen. Doch ein Blick in unsere Tabelle verriet uns, dass alle Mannschaften ganz dicht beieinander lagen. Ganz sicher konnten wir also doch nicht sein. Also konzentrierten wir uns immer nur auf das bevorstehende Spiel.

Dies fand nach der Pause in Friedberg statt. Die Anlage war nicht leicht zu finden, da hatte sogar das Navi seine Probleme. An diesem Tag kamen wir ordentlich ins Schwitzen. Bei brütender Hitze spielte Petra ein Dreisatzmatch und musste sich nach vergebenen Matchbällen auch noch knapp geschlagen geben. Während Petra noch spielte, machten wir uns das erste Mal Gedanken darüber, wie viele Teams überhaupt absteigen. Wir lasen in unserer Mappe und siehe da: es steigt nur einer ab! Wir verloren alle Einzel und konnten mit den Doppeln nur noch für Ergebnis-Kosmetik sorgen. Dies gelang nur bedingt. Karin und Petra verloren. Aber Haike und ich konnten nach einem Krimi-Match noch drei Ehrenpunkte einfahren.

Gegen Ebersburg in der Rhön holten wir uns Sieg Nummer 4. Das letzte Heimspiel konnten wir mit 12:2 gewinnen. Zu diesem Zeitpunkt befanden wir uns in der Mitte der Tabelle, was eine gute Ausgangsposition für das letzte Spiel in Kiedrich darstellte. Denn wir hatten ja nicht nur nachgelesen, dass nur eine Mannschaft absteigt, sonder auch, dass DREI Teams aufsteigen. Wenn Groß-Bieberau im letzten Spiel verliert und wir gewinnen, ist sogar der Aufstieg perfekt! Aber sind wir mal ehrlich: das sind doch alles Hirngespinste!

Da die Anfahrt nach Kiedrich sehr weit ist und es unser letztes Spiel war, hielten wir eine Übernachtung in Mainz für einen schönen Abschluss der Saison 2009. Leider konnten Haike und Michelle nicht mitkommen. Wir reisten Samstagmorgen schon früh an und besichtigten zuerst die Plätze in Kiedrich. Doch wir bekamen einen Schrecken und mochten eigentlich wieder nach Hause fahren. Aber wir blieben und besuchten Kloster Eberbach. Als wir am Lerchenberg enttäuscht wurden, da man uns keinen Einlass gewährte, fuhren wir in unser Hotel und waren glücklich über die einwandfreie Hotelauswahl. Wir holten Nadine vom Bahnhof ab und gingen dann zusammen in die Stadt. Wie mit uns abgesprochen war an diesem Wochenende Weinfest in Mainz, was ohne unseren Besuch natürlich nicht enden durfte.

Am nächsten Morgen wurde es dann ernst. Trotz des guten Frühstücks, konnten wir uns noch ausreichend bewegen. Es stand unentschieden nach den Einzeln und wir mussten beide Doppel gewinnen, um den letzten Sieg perfekt zu machen. Und es ist kaum zu glauben, aber wir haben es geschafft, lagen uns in den Armen und freuten uns über den Sieg. Ja, über den Sieg und nicht über einen Aufstieg. Denn wir wussten ja noch gar nicht wie Groß-Bieberau gespielt hat. Somit ging es in die Dusche und danach zu einem super Abschlussessen mit Bowle. Die Gastgeber waren nett und sehr gastfreundlich. Auch Petras Mama, die als „Ersatz“ (im doppelten Sinne) mitgereist war, wurde sofort in die Gruppe aufgenommen. Auch wenn wir Gegner waren, merkte man am Ende nicht mehr, wer zu welchem Team gehörte. Und sind wir mal ehrlich: soll es so nicht immer sein?

Als wir uns Kassel näherten, wurden wir von Nadine zu einem spontanen Umtrunk eingeladen. Die Chance ließen wir nicht ungenutzt und schauten gespannt im Internet nach dem Ergebnis des bislang noch drittplatzierten Groß-Bieberau. Nach mehrmaligem Aktualisieren der Internetseite stand fest: nein, sie spielten unentschieden und das hieß Punktgleichheit. Das reicht nicht. Oder doch? Denn wir haben schließlich fünf Siege auf unserem Konto und Groß-Bieberau nur drei. Aber wir stehen trotzdem auf Platz 4. Die Wettspielordnung musste studiert werden und daraufhin doch noch ein Gläschen Sekt her.

Wir haben Recht! Wir sind in die Verbandsliga aufgestiegen!

Auch wenn es wahrscheinlich eine Nummer zu groß für uns ist, sehen wir es als Versuch. Wir werden trotzdem alles geben und freuen uns schon jetzt auf die nächste Saison.

Am Ende möchte ich noch sagen, dass ich sehr stolz auf unsere Mannschaft bin. Wir sind in den letzten Jahren sehr zusammengewachsen und wir hätten nur halb so viel erreicht, wenn wir als Team nicht so stark gewesen wären. Es macht super viel Spaß mit euch. Danke dafür!

Eure Steffi